Computergrafik und Ausbildung

Aus gegebenem Anlass wollen wir hier eine kleine Diskussion zum Thema Computergrafik und Ausbildung in Deutschland anregen.
Der gegebene Anlass – die aktuellen Vorgnge rund um die German Film School.
Die meisten sollten es inzwischen mitbekommen haben: seit Herbst 2007 hat die German Film School mit verschiedenen Problemen zu kmpfen. Auslser war die Aberkennung des Status einer staatlich anerkannten Hochschule.
Seit dem kursieren viele Gerchte. Internet ist doch eine schne Sache – oder nicht? ;-)
Wir wollten uns aber nicht auf Gerchte verlassen und haben direkt nachgefragt – sowohl bei der German Film School, als auch beim zustndigen Ministerium unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Wanka.
Aber bevor wir hier loslegen, mchte ich zwei Links wrmstens empfehlen:

Dort finden sich die “Basis-Informationen”, die Schilderung der Entstehungsgeschichte der aktuellen Vorflle und die entsprechende Reaktion des Ministeriums.

Nun aber ans Eingemachte – hat die German Film School tatschlich Insolvenz angemeldet?
Sie hat.
Wir sprachen telefonisch mit Prof. Dr. Willim und fragten nach den Grnden. Die Aberkennung des Status einer staatlich anerkannten Hochschule bringt fr viele Studenten nahezu unberwindliche Hindernisse mit sich. Hauptschlich zu nennen wren:

  • das Studium kann nicht durch Bafg finanziert werden
  • Studienkredite werden nicht gewhrt (und laufende nicht weiter ausbezahlt!)

Dies ist vor allem problematisch, weil laut Prof. Dr. Willim der Groteil der Studierenden aus der Mittelschicht kommt und diese sich somit ein Studium ohne Bafg und ohne Kredit kaum finanzieren knnen. Neben den Geldern vom Staat und von Banken, mussten in vielen Fllen Groeltern oder andere Familienteile noch einiges an Geldern zuschiessen. Wenn man nun noch bedenkt, dass bei dem hohen Stunden-Aufkommen pro Woche ein Studentenjob nebenher kaum noch machbar ist, wird durch den Wegfall dieser Gelder ein Studium praktisch nur noch fr Kinder aus reichem Haus mglich – das kann und soll nicht sein.
Auerdem hinterlsst die Aberkennung bei einigen Interessenten einen schalen Nachgeschmack nach dem Motto “der Willim mu ja Dreck am Stecken haben” (Zitat Prof. Dr. Willim). Diese Punkte fhren dazu, dass die Zahl an Neubewerbungen nachlsst.
Da sich die German Film School ber die erhobenen Studiengebhren finanziert, ist es verstndlicherweise fatal, wenn Studenten “vergrault” werden.
Aus diesem Grund hat die German Film School Insolvenz angemeldet.

Ein weitere Unklarheit betrifft das Bafg – fllt dieses weg, oder nicht?
Mit der Aberkennung des Status als staatlich anerkannte Hochschule fllt fr Studenten, die ihr Studium mit diesem Wintersemester begonnen haben, das Bafg weg.
Laut Ministerium gilt der 31. August 2007 als Stichtag. Studenten, die vorher ihr Studium begonnen haben, beziehen weiterhin Bafg, auch deren Abschluss wird noch “offiziell” anerkannt.
Zunchst wurde wohl sogar allen Studenten das Bafg mit sofortiger Wirkung verweigert, nach Beschwerde wurde dann die oben genannte Regelung eingefhrt.
Problematisch ist dies vor allem fr Studenten, die ihren Ausbildungsvertrag vor diesem Datum abgeschlossen haben, ihr Studium aber erst mit dem Wintersemester begonnen haben. Denn obwohl sie sich bereits vor dem 31.August 2007 eingeschrieben haben, ist das Ministerium der Meinung, das Studium wurde erst mit dem Wintersemester aufgenommen(also nach dem 31. August). Somit bekommen diese Studenten kein Bafg!

3d-worXX hat beim Ministerium nachgefragt:

3D-worXX: Die German Film School erfllte nicht die staatlich vorgeschriebenen Vorlagen – weshalb wurde Sie dann berhaupt anerkannt?
Holger Drews: Die Anerkennung erfolgte – wie blich – befristet unter Auflagen. Nach Ablauf der Befristung waren wesentliche Auflagen nicht erfllt, so dass die Anerkennung nicht zu verlngern war.

3D-worXX: Die Aberkennung wurde mit Nichterfllung der Auflagen begrndet. Wurden die Betreiber der Schule vorab informiert? Soweit im voraus, so dass entsprechende Schritte htten eingeleitet werden knnen, die den Fortbestand der Hochschule sichern?
Holger Drews: Ja, mehrfach.

3D-worXX: In Ihrer Mitteilung schreiben Sie unter anderem: “Die staatliche Anerkennung von privaten Hochschulen stellt bundesweit ein Qualittssiegel dar.” Dies ist durchaus wnschenswert. Allerdings stellt sich die Frage, ob all die Voraussetzungen fr solche Spezialflle auch zutreffen. Zitat: “Unter anderem war eine nennenswerte Forschungsttigkeit nicht erkennbar, die personellen Voraussetzungen gengten nicht den gesetzlichen Anforderungen.”
Ein oft genanntes Manko von derzeitigen Hochschulen ist die Ferne zur Wirtschaft und zur realen Arbeitswelt. Im Fall der GermanFilmSchool wurde auf Lehrer zurckgegriffen, die mit beiden Beinen in der Industrie verwurzelt sind und meines Wissens deshalb auch nicht Vollzeitangestellte der Schule waren.
Ist es denn nicht wnschenswert auf Lehrkrfte zurckgreifen zu knnen, die am Puls der Computergrafik und der Filmindustrie sind?
Holger Drews: Dies ist durchaus erstrebenswert, entbindet aber nicht von der gesetzlichen Vorgabe, einen bestimmten Anteil an Professoren in Festanstellung zu beschftigen, deren Qualifikation derer von Professoren an staatlichen Hochschulen gengt. Hochschulen dienen der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften. Wenn eine Berufsausbildung durch Praktiker angestrebt wird, bedarf es dafr nicht der Rechtsform der Hochschule.

3D-worXX: Uns ist durchaus bewusst, dass entsprechende Vorgaben fr alle Schulen gelten mssen – bleibt die Frage, ob diese Vorgaben eventuell berprft und aktualisiert werden sollten. Deshalb die Frage: werden die Vorgaben, die zur Anerkennung erfllt werden mssen, stndig evaluiert?
Holger Drews: Die gesetzlichen Vorgaben werden nicht evaluiert, jedoch wird das Verfahren der institutionellen Akkreditierung des Wissenschaftsrats einer Evaluation unterzogen.

3D-worXX: Laut Ihrer Pressemeldung behalten Studierende, die vor dem 31. August 2007 ihr Studium aufgenommen haben, das Recht auf Bafg bzw. ihren anerkannten Abschluss. Laut Information aus dem Umkreis der Schule soll die German Film School ihre Pforten im Februar 2008 schliessen. Wenn dies so stimmt, welche Mglichkeiten haben dann die Studierenden?
Knnen Sie ihr Studium an anderen Hochschulen fortsetzen? Werden eventuell erreichte (Teil-)Prfungen anerkannt?
Was passiert mit den Geldern, die die Studierenden in Ihre Ausbildung investiert haben?
Holger Drews: Fr den Fall, dass die German Film School ihren Betrieb einstellen muss, wird derzeit geprft, ob die Studierenden ihr Studium an anderen Hochschulen abschlieen knnen und dabei bisherige Leistungen anerkannt werden.
Die Frage der Verwendung der Studiengebhren, die die Studierenden nicht an das Land, sondern an die German Film School entrichtet haben, ist durch das Ministerium nicht zu bewerten.


Nachdem uns einige Punkte nicht ganz klar waren, starteten wir eine zweite Frage-Runde:

3D-worXX: Studierende, die vor dem 31.8.2007 ihr Studium begonnen haben, drfen weiterhin Bafg beziehen – gilt dies auch fr Studenten, die ihren Vertrag vor dem 31.8.2007 abgeschlossen haben? Das Studium wrde ja eigentlich erst zum Wintersemester beginnen.
Holger Drews: Mageblich ist der Zeitpunkt der Aufnahme des Studiums, nicht der Zeitpunkt des Vertragsschlusses.

3D-worXX: Ich kann nachvollziehen, dass Vorgaben existieren, die auch eine “etwas andere” Schule wie die GFS einhalten muss, um als staatliche (Fach-) Hochschule anerkannt zu werden. Aber aus welchen Grnden wurde der Status einer “freien (staatlich nicht anerkannten) Hochschule in privater Trgerschaft” ebenfalls aberkannt – diesen hatte die GFS meines Wissens vor ihrem Antrag auf staatliche Anerkennung.
Holger Drews: Das Wissenschaftsministerium hat den Antrag auf Verlngerung der staatlichen Anerkennung abgelehnt und keine darber hinausgehende Aberkennung ausgesprochen. Jedoch ist der Begriff Hochschule durch das Brandenburgische Hochschulgesetz geschtzt und damit staatlichen oder staatlich anerkannten Einrichtungen vorbehalten. Somit ist die GFS kraft Gesetzes gehindert, sich Hochschule zu nennen. Die gesetzliche Bestimmung dient dem Verbraucher- bzw. Abnehmerschutz.
Anmerkung 3d-worXX: Das Gesetzt trat 2004/2005 in Kraft und wird wohl auch rckwirkend angewendet.

3D-worXX: Allgemeiner Tenor in Wirtschaft und Politik – es fehlen Fachkrfte in Deutschland. Macht es dann nicht Sinn, einer Bildungsinitiative wie der GFS helfend unter die Arme zu greifen? Immerhin hat die German Film School in der Film- und TV-Industrie einen recht guten Ruf, nicht nur hier in Deutschland, sogar auch im Ausland.
Holger Drews: Der Beantwortung der Frage ist voranzustellen, dass die GFS nicht an das Wissenschaftsministerium herangetreten ist, um Untersttzung fr eine bestimmte Bildungsinitiative zu finden, sondern mit der konkreten Erwartung, als Kunsthochschule staatlich anerkannt zu werden. In diesem Kontext hat die GFS vor ihrer staatlichen Anerkennung, vor der ersten Verlngerung der Anerkennung sowie auch vor der schlielich im August 2007 nicht mehr erfolgten Verlngerung ausfhrliche Beratungsleistungen durch das Ministerium erhalten.

3D-worXX: Aus der Perspektive des Aussenstehenden: kann es sein, dass beide Seiten zu sehr auf ihren Prinzipien beharren? Das Minsterium versteckt sich fr meinen Geschmack zu sehr hinter (angeblich vorhandenen) Vorschriften, die GFS wiederum sucht Schuldige v.a auerhalb der eigenen Einrichtung. Wrde es nicht Sinn machen sich an einen Tisch zu setzen, um eine Erhaltung der Schule zu sichern?
Siehe vorhergehende Frage, obwohl nach Fachkrften gerufen wird, wird die Existenz einer der wenigen Ausbildungssttten riskiert.
Das Resultat ist bereits jetzt in der Szene erkennbar – wer es sich leisten kann, besucht entsprechende Einrichtungen im Ausland und bleibt dann oft auch im Ausland. Wer das Geld fr solch eine Ausbildung nicht aufbringen kann, der gibt auf.
Dies widerspricht doch dem Wunsch nach Recht auf Ausbildung fr Jedermann, egal aus welcher Schicht.
Holger Drews
: Das Wissenschaftsministerium hat aufgrund gesetzlicher Vorgaben bzgl. der staatlichen Anerkennung keinen Ermessenspielraum. Bereits im Jahr 2006 fand auf Initiative des Wissenschaftsministerium eine Gesprchsrunde unter Einbeziehung des Ministeriums fr Wirtschaft und des Medienboards statt, in dem die Perspektiven der GFS und Mglichkeiten ihrer Untersttzung errtert wurden.

Holger Drews
Ministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kultur
Pressesprecher

Dortustr. 36
14467 Potsdam
Tel. 0331/ 866 4566
Fax 0331/ 866 4545

Die daraus resultierenden Hinweise wurden von der GFS allerdings nicht aufgegriffen. Im brigen ist die GFS letztendlich ein Wirtschaftsunternehmen, dem es frei steht, auf dem Ausbildungsmarkt Ausbildungsgnge anzubieten und Abschlsse (Zertifikate o..) zu vergeben. Es kann nicht Aufgabe des Wissenschaftsministeriums sein, fr ein marktorientiertes Unternehmen ggf. Wettbewerbsvorteile o.. zu realisieren. Zudem kennt die GFS die staatlichen Anerkennungsvoraussetzungen und kann bei Erfllung jederzeit erneut die staatliche Anerkennung beantragen.

Wir bedanken uns hier fr die ausfhrlichen Antworten von Herrn Drews.

Einige der vom Ministerium aufgefhrten Punkte sind verstndlich, andere wiederum weniger. Beispielsweise die Stichtagregelung des Ministeriums bzgl. Bafg. Das Ministerium selbst spricht von Vertrauensschutz. Warum geniesst ein Student, der seinen Vertrag bereits vor dem 31.8.2007 unterschrieben hat, dessen Semester aber erst im Herbst beginnt, diesen Vertrauensschutz nicht? Das scheint eine mehr als kleinkarierte Entscheidung des Ministeriums zu sein und es wre ein leichtes fr die Ministerin eine fr die Studenten freundlichere Entscheidung zu treffen. Diesen Ermessensspielraum hat das Ministerium definitv!
Auch die Aussage “Es kann nicht Aufgabe des Wissenschaftsministeriums sein, fr ein marktorientiertes Unternehmen ggf. Wettbewerbsvorteile o.. zu realisieren” ist zumindest fragwrdig – denn durch die Art und Weise wie diese Aberkennung und auch die Entscheidung zum Thema Bafg abgelaufen sind, entsteht ein nicht unerheblicher Schaden hinsichtlichs des Rufs der Schule. Wenn es also nicht die Aufgabe des Ministeriums ist, fr Wettbewerbsvorteile zu sorgen, dann sollten sie aber auch nicht fr Wettbewerbsnachteile sorgen.

Ein weiterer Punkt, der mit der Finanzierbarkeit zusammenhngt, sind die Studienkredite. Die Aberkennung des staatlich anerkannten Hochschulstatus fhrte dazu, dass die German Film School nicht mehr auf der HRK-Liste (Hochschul-Rektoren-Konferenz) gefhrt wird. Diese Listung ist nun wiederum in den meisten Fllen ntig, um Studienkredite abschliessen zu knnen.
Wenn sich also das Ministerium entscheidet, der German Film School die staatliche Anerkennung zu entziehen, dann ist das eine Sache. Die German Film School macht aber anerkannterweise einen guten Job und bildet dringend bentigte Fachkrfte aus. Warum soll es also nicht mglich sein, die German Film School auf die HRK-Liste zu setzen, damit Studenten die Finanzierung der Ausbildung leichter bzw. berhaupt erst mglich gemacht wird?
Dies wrde ich jetzt auch nicht auf die German Film School beschrnken, sondern auf alle privaten Schulen und Akademien, die fr die Wirtschaft dringend bentigte Fachkrfte ausbilden.

Widmen wir uns nun mal einigen der Grnde, die zur Aberkennung gefhrt haben. Prof. Dr. Willim hat eine kleine Liste aufgestellt und diese auch direkt kommentiert. Whrend des Telefonats hat Prof. Dr. Willim diese Argumente auch nochmals bekrftigt.

  1. Kein sofort erfolgter Umzug nach Potsdam
  2. Zu wenig hauptamtlich Lehrende, vor allem im Verhltnis zu den vielen Lehrbeauftragten
  3. Die hauptamtlich Lehrenden erfllen nicht die Einstellungsvoraussetzungen gem 78 Abs. 2 Nr. 6 BbgHG
  4. Einer der hauptamtlich Lehrenden verfge “weder ber ein abgeschlossenes Hochschulstudium noch ber eine Ausbildung, vor allem nicht in einem fr das Lehrgebiet einschlgigen Fach.”
  5. Der WR legt ein besonderes Gewicht auf Forschung. “Als messbare Indikatoren gelten in quantitativer und qualitativer Hinsicht eingeworbene Drittmittel und Freirume fr die Forschung.” Die GERMAN FILM SCHOOL habe bisher keine Drittmittel eingeworben und der Forschungsbereich sei in nicht ausreichendem Mae entwickelt
  6. Fehlende Ausfallbrgschaft in Millionenhhe.

Zu Punkt 1: Der German Film School wurde nahegelegt, ihren Standort beispielsweise nach Potsdam zu verlegen – ein renommierter Standort wrde fr mehr Studenten sorgen und somit auch mehr Einnahmen garantieren.
Diesen Punkt knnen wir durchaus nachvollziehen, aber – und da muss man Herrn Prof. Willim recht geben – da die derzeitigen Mietvertrge bis 2010 laufen und auch keine Mittel fr den Umzug zur Verfgung stehen, kann man von der Akademie kaum verlangen, eine doppelte Mietbelastung auf sich zu nehmen.
Wenn man nun noch bedenkt, dass sich die German Film School bereits vor einem Jahr schriftlich dazu bereit erklrt hat umzuziehen – sobald die alten Mietvertrge abgelaufen sind – fllt es sehr schwer, diesen Punkt als Begrndung fr die Aberkennung anzuerkennen.

Zu Punkt 2: unbrokratisch wrde man wohl sagen – Paragraphenreiterei. Rein rechtlich mag das Ministerium auf der sicheren Seite sein – obwohl auch klar ist, dass der Ermessensspielraum doch vorhanden sein msste – wenn man denn wirklich wollte. Das scheint nicht der Fall zu sein.
Ganz generell ist dies ein Kriterium, dass berdacht werden sollte. Computergrafik und Animation sind mit Sicherheit nicht die einzigen Fachgebiete, fr die es eine nahezu unberschaubare Anzahl an Tools und Programmen gibt. Wieso soll man also nicht fr jedes Programm auf die besten Dozenten zurckgreifen knnen. Natrlich gibt es Generalisten. Ich als sogenannter “Freelancer” mu mich auch mit vielen Programmen beschftigen. Ein Generalist kann aber kaum in der Lage sein, alle Tools perfekt zu beherrschen.
Aus diesem Grund macht es doch Sinn, sich nach den Besten des Faches umzuschauen.
Wie gesagt – rein rechtlich drfte das Ministerium hier am lngeren Hebel sitzen. Vielleicht aber ist es an der Zeit, dass der Hebel mal runderneuert wird…

Zu Punkt 3 und 4: Zum einen sind einige der Dozenten der German Film School auch an staatlichen Instituten beschftigt – somit kann dieser Punkt so nicht wirklich zutreffen. Und im Fall des Dozenten ohne Hochschulabschluss – auch hier htte das Ministerium die rechtliche Mglichkeit “darber hinweg zu sehen”.

zu Punkt 5: Dies knnen wir schwer beurteilen. Klar ist: staatliche Universitten haben einen Forschungsauftrag zu erfllen.
Die German Film School forscht auch. Wenn nun als Indikatoren unter anderem “eingeworbene Drittmittel” gelten, dann ist das Ministerium wieder auf der sicheren Seite.
Aber welchen Sinn macht es bitte, Forschung daran festzumachen, wie viel Geld man von Frderungswilligen einsammelt. So gesehen mssten dann so manche ehrwrdige Universitt ihre Pforten schliessen. Da war doch noch was mit Glashaus und Steinen…
Als Unbetroffener muss man sich einfach fragen, ob nicht einige Bewertungsgrundlagen neu evaluiert werden sollten.

zu Punkt 6: Dieses Kriterium erfllt die German Film School tatschlich nicht.


Alles in allem kann man doch ganz gut erkennen, dass die Aberkennung des staatlich anerkannten Hochschulstatus rechtlich wohl gesichert ist. Aber in vielen Punkten htte das Wissenschaftsminiterium auch anders entscheiden knnen, wollte es aber scheinbar nicht. ber Grnde wollen wir hier nicht spekulieren, Herr Prof. Dr. Willim fhrte diese bereits in den entsprechenden Presseerklrungen auf. Sollte da etwas dran sein, dann wirft das natrlich ein schlechtes Licht auf Frau Prof. Dr. Wanka und ihr Ministerium.
Man kann auch ganz gut erkennen, dass beide Seiten mehr aufeinander htten zugehen knnen und sollen.
Die Art und Weise wie diese Aberkennung erfolgte, knnte man beinahe als geschftsschdigend bezeichnen. In Punkto Stil verdient sich Frau Prof. Dr. Wanka somit keine guten Noten.
Herrn Prof. Dr. Willim und seinem Team knnte man vielleicht Blauugigkeit vorwerfen. Leider ist die Welt nicht immer so einfach, wie wir sie uns wnschen – vor allem wenn Politik mit involviert ist.

Welche Auswirkungen haben diese Vorgnge auf die German Film School?
Eines kann festgehalten werden: durch die Aberkennung der staatlichen Anerkennung – ich glaube, dass habe ich in diesem Text nun wirklich zu oft geschrieben, vielleicht sollte ich endlich mit AdsAasH abkrzen – die Aberkennung ndert nichts an der Qualitt der Ausbildung. Lediglich der “Titel” ist ein anderer. Glcklicherweise zhlt in dieser Branche aber ein gutes Demoreel mehr als ein Titel.
Wir haben den Leiter der GFS gefragt, wie es denn nun mit der Akademie weiter gehen wird. Laut Herrn Prof. Dr. Willim sind noch alle mit vollem Eifer dabei. Sowohl die Studenten, als auch die Dozenten. Er zeigte sich schwer beeindruckt, da doch eine Menge Leidenschaft dazu gehrt, in so einer harten Zeit weiter zu machen und nicht das Handtuch zu schmeissen.

3D-worXX: Werden sie versuchen, die staatliche Anerkennung neu zu beantragen?
Prof. Dr. Willim: Wenn die staatliche Anerkennung bedeutet, dass wir die Qualitt unseres Lehrangebots senken sollen – dann nicht.

3D-worXX: Herr Willim, ihre Schule hat Insovenz angemeldet – wie wird es nun weiter gehen?
Prof. Dr. Willim: Wir haben Insolvenz angemeldet, richtig. Aber ich bin guter Hoffnung, dass die Schule weiter bestehen kann. Ich kann derzeit keine Details bekannt geben – aber es sieht so aus, dass unter anderem die Forschungsprojekte ihre ersten Frchte tragen knnten.

3D-worXX: Wenn die Schule weiter besteht, werden Studenten nicht mehr auf Bafg hoffen knnen. Auch Studienkredite drften Schwierigkeiten bereiten – gibt es dafr Lsungen?
Prof. Dr. Willim: Das ist in der Tat ein Problem. Aber vielleicht knnen wir dieses Problem ber eine Stiftung lsen. Aus diesem Topf wrden Studenten dann gnstige Darlehen beziehen knnen, zu hoffentlich hnlichen Konditionen wie jetzt auch. Wir arbeiten an Lsungen, damit es weiter gehen kann!

Was ist nun unser Fazit?
Nun, eines ist klar – wir hoffen, dass die German Film School weiter machen kann!
Es gibt derzeit so wenige Mglichkeiten sich auf diesem Sektor auszubilden, da wre ein Wegfall der GFS als tragisch zu bezeichnen. Besonders wenn man bedenkt, wie stark der Sektor Computergrafik und Animation derzeit wchst.
Unser dringender Appell an die zustndigen Stellen: denkt bitte mal darber nach, was ihr derzeit auf dem Sektor Bildung anstellt. Es fngt mit all den Problemen an, die wir nahezu tglich prsentiert bekommen und setzt sich fort bis zu Vorgngen, wie wir sie in diesem Bericht hier schildern.
Es ist einfach nur betrbend zu sehen, welchen Stellenwert Bildung in der Politik hat – und scheinbar auch bei uns Brgern, denn sonst msste das Wahlvolk ihren gewhlten Vertretern ordentlich Feuer unter dem Hintern machen.

Fr die derzeit betroffenen Studenten drcken wir die Daumen und hoffen, dass das Team um Herrn Prof. Dr. Willim einen Weg findet weiter zu machen.

Vielen Dank an Herrn Prof. Dr. Willim fr das informative Gesprch und auf diesem Wege wnsche ich alles Gute!
Ebenfalls bedanken mchte ich mich bei Herrn Drews fr die Beantwortung unserer Fragen.

JWS

Links:
German Film School
Ministerium fr Wissenschaft, Forschung und Kultur
Einige Werke aus dem Hause der GFS

Fr alle, die an diesem Thema interessiert sind: Diskussion im 3d-worXX Forum

About Stephan

Mitbegründer von cg-creatives (ehemals 3D-worXX) und Mädchen für alles. Er kümmert sich sowohl um die technische als auch inhaltliche Arbeit bei cgc und macht die komplette Organisation.