Autodesk 3ds max 2008

Mit Autodesk 3ds max 2008 ist derzeit die neueste Version des 3D-Programms auf dem Markt. Wir haben uns angeschaut, was an Neuigkeiten und Verbesserungen in die aktuelle Ausgabe geflossen ist und wie sich diese auf die Arbeit mit 3ds max auswirken.

Eine wirklich nette Kleinigkeit berrascht einen, wenn man die DVD-Box ffnet. Neben den 2 DVDs, einigen Werbeblttchen und einer Testversion von Archvision Populate findet man da etwas zum Falten. Stellt man sich nicht nur beim virtuellen Basteln, sondern auch beim Basteln mit Papier und Kleber geschickt an, erhlt man einen Wrfel aus Pappe, auf den die hufigsten Tastenkombinationen aufgedruckt sind. Nicht wirklich ntig, aber sehr nett anzuschauen.

Auf den beiden DVDs finden sich sowohl eine 32bit- als auch eine 64bit-Version, die auch unter Windows Vista mit DirectX 10 laufen.

Die aufflligste Neuerung ist der sogenannte Scene Explorer. Wo man sich in vorherigen Versionen durch verschiedene Mens hangeln musste oder den Eigenschaftendialog eines Objektes ffnen musste, bietet der Scene Explorer jetzt eine kompakte bersicht aller wichtigen Objekteigenschaften und erlaubt das Einfrieren oder Verstecken. Damit das ndern von Eigenschaften nicht zur Klickorgie gert, lassen sich Objekte ber Filter und ihre Eigenschaften (auch Metadaten) suchen und auswhlen. Als Krnung des Tools bietet 3ds max die Mglichkeit mehrerer Explorerinstanzen mit unterschiedlichen Zustnden. Im Scene Explorer ausgewhlte Objekte werden bei Bedarf nicht in der Szene selbst ausgewhlt. Das bewahrt die vorher mhsam zusammengeklickte Objektauswahl vor dem Verlust.
Man kann den Scene Explorer auf 2 Arten nutzen. Es gibt die Mglichkeit, ihn als normales Fenster zu ffnen oder ber den Objektauswahldialog. Letzterer hat allerdings den Nachteil, dass dann wie bisher nur der Dialog anwhlbar ist, das restliche Programmfenster wird inaktiv. Komfortabler ist das normale Fenster, welches den Hintergrund aktivierbar lsst und einfach beiseite zu schieben ist.

Eine weitere Neuerung, die viele Freunde finden drfte, ist der MAXScript ProEditor. Musste man in den vorherigen Versionen mit einem einfachen Textfenster vorlieb nehmen, gibt es jetzt ein Editorfenster, welches vom Umfang und der Bedienung an Editoren wie UltraEdit erinnert. Neben einer Zeilennummerierung und farblicher Syntaxhervorhebung bietet er ausserdem eine Evaluierungsfunktion fr den geschriebenen Code.


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Auch beim Modellieren gibt es einiges Neues. So findet man jetzt im Edit Poly – Modifier sowie im Editable Poly eine Funktion namens Preview Selection. Fhrt man im SubObject-Mode ber Polygone, Edges usw., dann werden diese durch eine Farbe deutlich hervorgehoben. Man sieht dabei quasi vor der Auswahl, was man auswhlt. Hlt man beim Auswhlen die Steuerung-Taste gedrckt, whlt man alle Unterobjekte aus, die man mit der Maus berfhrt. Der Preview-Modus lsst sich auch umstellen, wobei nicht nur das jeweils ausgewhlte Unterobjekt hervorgehoben wird, sondern alle, die man mit der Maus berhrt. Ein Klick auf das jeweilige Unterobjekt wechselt in den bentigen SubObject-Mode und whlt das entsprechende Unterobjekt aus.

Ebenfalls hilfreich sind die Tastaturkrzel zum vorbergehenden Wechsel des Werkzeuges. Hat man beispielsweise das Extrude-Werkzeug ausgewhlt und drckt eine Tastenkombination, so kann man kurzzeitig auf das Inset-Werkzeug wechseln, solange man das Tastenkrzel gedrckt hlt. Lsst man die Tasten los, befindet man sich wieder im Extrude-Werkzeug. Das umstndliche Klicken mit der Maus auf diverse Buttons entfllt damit. Die Tastenkrzel sind natrlich individuell vernderbar.
Das Chamfertool bietet ab Version 2008 eine einstellbare Menge von Unterteilungen. Ebenfalls neu ist die Mglichkeit, Unterobjekte wie Punkte oder Polygone anhand ihrer Normalen zu bewegen. Damit fllt es wesentlich leichter, Unterobjekte in mehr als einer Achse beim Modellieren zu bewegen.

Neuigkeiten fr den allgemeinen Workflow, besonders im Viewport gibt es ebenfalls. Besonders ins Auge sticht dabei das Review-Werkzeug. Dieses Tool sorgt dafr, dass im Viewport die Schatten der jeweiligen Lichter angezeigt und in Echtzeit aktualisiert werden. Man kann so auf eine sehr angenehme Art und Weise Lichter setzen und den resultierenden Schattenwurf begutachten. Ebenfalls sichtbar werden die Einstellungen des sun/sky-Systems und der mental ray – Architectural and Design – Materialien. Der Live Preview steht in 2 Qualittsstufen zur Verfgung: Good und Best.
Best setzt allerdings eine Grafikkarte mit Pixelshader 3.0 voraus, whrend fr Good Hardware mit Pixelshader 2.0 ausreichend ist.

berarbeitet wurde auch die Adaptive Degregation – Funktion. Wurden in vorherigen Versionen immer alle Objekte in einfache Quader umgewandelt, kann man nun festlegen, welche Objekte (die kleinsten, die am weitesten entfernten) vereinfacht werden. Damit erreicht man bei der Viewportnavigation eine stets gleichbleibend konstante Framerate.
Bei dieser Gelegenheit sollte man auch gleich auf die generelle Verbesserung der Viewportperformance eingehen. Autodesk hat hier mchtig zugelegt. Die Viewports knnen mit wesentlich mehr Objekten gleichzeitig eine flssige Performance liefern. Die Objektanzahl kann dabei bis in die Zehntausende reichen.


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Auch der Renderer mental ray hat eine neue Funktion spendiert bekommen. Sie nennt sich Photographic Exposure Control und ist eine Belichtungssteuerung, die auf Werten realer Kameras wie zum Beispiel der Verschlusszeit oder Filmempfindlichkeit basiert. Verbesserungen erhielt ausserdem die Ambient Occlusion – Funktion fr physikalisch akkuratere Schatten (Schattenfarbe durch nebenstehende Objekte etc.), die Handhabung des Sky Portals fr die Beleuchtung von Interiorszenen und die Performance des Lume Glare Shaders.
Neuigkeiten finden sich auch im Render to Texture – Werkzeug. Es untersttzt ab dieser Version das DDS Half Float – Dateiformat, bietet die Mglichkeit, Objekte von der Berechnung des Ambient Occlusion – Passes auszuschliessen und speichert nutzerdefinierte Vorlagen ab. Das Renderfenster, der Virtual Frame Buffer, erhielt einen Button, um den Inhalt des Fensters in die Zwischenablage zu kopieren. Neu beim UVW-Unwrap-Modifikator ist die Mglichkeit, mehrere Objekte gleichzeitig zu entfalten, um diesen die gleiche Textur zuweisen zu knnen. Man kann ab dieser Version Texturkoordinaten von einem Objekt auf ein anderes bertragen, beispielsweise von einem hoch aufgelsten auf ein niedrig aufgelstes Objekt (und natrlich auch in die andere Richtung).
Verwendet man den Projection-Modifikator, kann man nun den Rahmen/Cage als Objekt exportieren sowie Objekte als Rahmen laden.
Apropos Modifikator: In der Modifikator-Liste kann man jetzt mit Eingabe mehrerer Buchstaben nach Modifikatoren suchen. In bisherigen Versionen wurde nur der erste Buchstabe zur Suche benutzt.

Weitere kleinere Verbesserungen betreffen den Trackview, die Bipeds und generelle Animationsfunktionen. Im Trackview wird ab jetzt auf die aktuelle Mausposition gezoomt, nur die aktuell gewhlten Objekte standardmig angezeigt und Controller auch mehreren ausgewhlten Objekten zugewiesen. Bei den Bipeds lassen sich einzelne Animationslayer als Biped-Datei speichern und spter wieder zusammen mischen. Sehr ntzlich auch die Mglichkeit, FK-Ketten an den Biped anzuhngen, um einen Tierschwanz oder Flgel zu simulieren. Ausserdem werden IK-Keys ab jetzt im Trackbar, im Curve Editor und im Dope Sheet farblich hervorgehoben, was den Umgang damit etwas vereinfacht.
Einige generelle Verbesserungen betreffen neue Filteroptionen fr den Parameter Wiring – Dialog, der nun nur die bentigten Tracks anzeigt, neue Tastaturkrzel fr die Navigation in einer Hierarchie und einen verbesserten Point Cache, der den Austausch von Cachedateien zwischen 3ds max und Maya erleichtert.

berarbeitet und weiterentwickelt wurde ebenfalls die FBX- und DWF-Untersttzung, die Benutzung von XRef-Objekten und der Drag Spacewarp. Die letzte kleine Neuerung betrifft die Farbauswahldialoge, die nun eine Farbpipette beinhalten, mit dem sich von beliebiger Stelle auf dem Bildschirm eine Farbe whlen lsst.

Fazit
Autodesk 3ds max 2008 bietet eine Menge an Verbesserungen und Neuerungen, die die Arbeit mit dem Tool vereinfachen. Die Neuerungen und Workflowverbesserungen sind sehr ntzlich und willkommen, besonders das Review-Werkzeug weiss zu gefallen. Durch den neuen Scene Explorer hat man jederzeit volle Kontrolle und leichten Zugriff auf alle Objekte. Wichtig ist auch, da so gut wie alle Plugins aus Version 9 unter 3ds max 2008 laufen. Der Umstieg auf eine neue Version war selten so einfach wie jetzt. Das ein oder andere weitere Feature htte man sich aber doch noch gewnscht. Geht man von Ken Pimentels Blog auf Autodesks Area aus, dann war 3ds max 2008 jedoch nur der erste Schritt in einer Reihe grerer Vernderungen. Wir sind gespannt.

Autodesk 3ds max 2008 luft unter Microsoft Windows XP Professional (ab SP2), Windows XP Professional x64 und Vista (32bit und 64bit). Bentigt wird ebenfalls DirectX 9.0c oder 10 und optional OpenGL-Untersttzung. Die 64bit-Versionen bentigen einen Prozessor mit AMD64 oder Intel EM64T, Itaniumprozessoren werden nicht untersttzt.

Joerg Gerlach

About Stephan

Mitbegründer von cg-creatives (ehemals 3D-worXX) und Mädchen für alles. Er kümmert sich sowohl um die technische als auch inhaltliche Arbeit bei cgc und macht die komplette Organisation.